Wohngebiet Am Schlaatz heute

Der Schlaatz zählte nach der Wende zu dem am meisten beachteten und beschriebenen Wohngebiet Potsdams – nicht immer waren es positive Schlagzeilen, die den Schlaatz ins Blickfeld rückten. Begriffe wie „Sozialer Brennpunkt“ und „Platte, die auf der Kippe steht“ sorgten eine Zeit lang für ein schlechtes Image. Nun scheint sich der Wind zu drehen – nach massiven Abwanderungen in den 90er Jahren hat sich seit 2002 die Einwohnerzahl bei rd. 8.700 Einwohnern bis heute stabilisiert.

 

Das hängt sicher auch damit zusammen, dass die Stadt Potsdam seit 1996 mit Mitteln aus den verschiedenen Programmen der Städtebauförderung eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil durchgeführt hat. So erfolgten als erstes in den 90er Jahren die Aufwertung der öffentlichen Grün- und Spielflächen sowie die Umgestaltung des Zentrumsbereichs. Von 2000 bis 2009 stand die Sanierung der sozialen Infrastruktureinrichtungen im Vordergrund. Im Rahmen der Förderprogramme wurden von der Stadt bis 2010 rund 16 Mio. € an Fördermitteln investiert. Im Ergebnis ist festzustellen, dass die wichtigsten baulichen und städtebaulichen Mängel im öffentlichen Raum und im Bereich der sozialen Infrastruktur damit beseitigt werden konnten und der Schlaatz nunmehr über ein sehr breites Angebot an sozialen Einrichtungen verfügt. Auch die Wohnungsunter-nehmen im Gebiet hatten ihren Wohnungsbestand inzwischen weitgehend saniert bzw. teilsaniert.

Derzeit wird sogar über Aufstockungen diskutiert, um neuen Wohnraum zu schaffen.

 

Mit der Aufnahme des Stadtteils in das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt 2007 setzte die dritte Förderphase ein. Seit 2007 haben Bund, Land und Stadt im Rahmen dieses Programms rd. 1,85 Mio. € zur Verfügung gestellt (bis 2014). Im Mittelpunkt des Programms steht die Förderung sozialer Projekte für die Bewohnerschaft und die Verstärkung der Netzwerkarbeit durch das Quartiersmanagement. Der Stadtteilrat Schlaatz/Waldstadt hat ausdrücklich in seinem Votum zum Verstetigungskonzept bestätigt, dass das Quartiersmanagement ist ein unverzichtbares Instrument für den Stadtteil ist. Mit einem breit gefächerten Angebot zur Verbesserung des Zusammenlebens und der Integration schafft die Stadt Potsdam einen Ausgleich dafür, dass der Schlaatz eine besonders hohe Mieterfluktuation, einen hohen Migrantenanteil und eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote aufweist. Dieses Programm zur Unterstützung eines funktionierenden Stadtteillebens wird auf jeden Fall noch bis 2017 laufen. Ergänzt wird es durch das städtische Programm „Integration und Nachbarschaft“ des Geschäftsbereichs Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung.

 

Neben den nicht-investiven Maßnahmen wurden im Rahmen des Programms finanziert:

-      die Umgestaltung des Wohnhofs Biberkiez (2008/09)

-      Maßnahmen zur Barrierefreiheit am Sperberhorst (2010)

-      die Neugestaltung des Schulhofs der Schilfhofschule (2012/13)

 

Parallel dazu erfolgte durch den Kommunalen Immobilien Service die Sanierung der Schilfhofschule im 1. Bauabschnitt. Zudem hat ein privater Investor endlich eine neue Kaufhalle für die Nahversorgung am Schlaatz 2013 errichtet.

Die im Einzelnen realisierten Projekte und Maßnahmen von 1996 - 2013 finden Sie hier: Realisierte Maßnahmen